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Maske: Die Letzte

Acht Schülerinnen haben die Maskenbildnerschule Schweiz in Zürich erfolgreich abgeschlossen. Sie sind vorläufig die letzten.

Drei lange Tage haben die Absolventinnen der Maskenbildnerschule Schweiz gezeigt, was sie können. Sie schminkten ihre Modelle zu Totenköpfen, verwandelten sie in alte Männer mit Bart oder in zierliche Biedermeier-Gestalten. Sie frisierten die im Vorfeld hergestellten Damen-Perücken im Stil der Jahrhundertwende, gestalteten Phantasiefiguren, modellierten mit Ton und kreierten aus Papier, Draht, Schaumgummi und anderen Materialien eine Improvisationsmaske, immer unter dem prüfenden Blick der beiden Experten, Wolfgang Witt vom Opernhaus Zürich und Ralph Zaun vom Stadttheater Bern. Alle bestanden nach der theoretischen auch die praktische Prüfung. Fast alle Abgängerinnen dürfen nun ihr Können auch anwenden, am Stadttheater St. Gallen, beim Fernsehen, beim Film und bei den Musicals auf den Seebühnen in Thun und Walenstadt.

Herzliche Gratulation an:

Irene Boser
Nadine Nussle
Joana Rohrer
Natalie Schaufelberger
Amanda Schmid
Barbara Tanner
Natalie Venter
Karima Zlitni

Abgeschminkt

Die acht Abgängerinnen sind vorläufig die letzten. Die Schulleitung hat beschlossen, keinen weiteren Ausbildungsgang anzubieten. Hauptgrund ist die immer noch fehlende eidg. Berufsanerkennung. Zwar bemüht sich die Schule schon seit einiger Zeit um diese Anerkennung, doch es dauert alles weit länger als erwartet. Und ohne offiziell anerkannten Abschluss als Maskenbildner/in sind die Chancen für die Absolventinnen der Maskenbildnerschule Schweiz auf dem Arbeitsmarkt eingeschränkt. Ausserdem sind immer weniger Kantone bereit, ohne diese Anerkennung einen Beitrag zu leisten. Bisher dauerte die Ausbildung zwei Jahre. Es zeigte sich aber immer klarer, dass die Ausbildung auf drei Jahre verlängert werden müsste, damit alle Themengebiete ausreichend Platz finden. Schon bisher war die Finanzierung der Ausbildung für einige Schülerinnen ein grosses Problem. Ohne Beiträge der öffentlichen Hand ist eine dreijährige Ausbildung für viele Interessentinnen aber praktisch unmöglich. Die Schulleitung bedauert diesen Entscheid sehr.

Der Beruf des Maskenbildners ist noch recht jung. Er geht zurück auf den Theatercoiffeur, und erst nach der Erfindung des Filmes ist der Beruf der MaskenbildnerIn durch die stetig steigende Anforderung entstanden. Heute ist er aus der Unterhaltungsindustrie (Film- und Fernsehbranche, Theater, Musical, sowie in der Foto- Styling- und Modewelt) nicht mehr wegzudenken. Das Arbeitsgebiet ist sehr umfangreich. Durch immer neue technische Errungenschaften und der Weiterentwicklung der Materialien wird die Bandbreite des Möglichen immer größer. Daher muss der / die MaskenbildnerIn von heute sein Wissen und Können ständig überprüfen und sich nach dem neusten Stand informieren und weiterbilden. Diese Entwicklung führt zwangsläufig dazu, daß es auch in diesem Beruf zu einer immer größeren Spezialisierung kommt. Früher genügte eine Grundausbildung, die eine abgeschlossene Coiffeurausbildung voraussetzte. Die anschließende 2 – bis 4 –jährige Weiterbildung an einer festen Ausbildungsstätte wie Theater oder Studio mit dem Abschluss in Deutschland, ist heute nicht mehr möglich, da Deutschland nun einen Lehrberuf daraus konzipiert hat. Zeitweise gab es deshalb einen totalen Ausbildungsstop. Die Situation hat sich deshalb nicht gebessert, im Gegenteil. Viele Ausbildungsstätten existieren nicht mehr. In der momentanen Wirtschaftslage kann (oder will) man sich anscheinend die vielfältige und aufwändige Ausbildung der Maskenbildner nicht leisten. Aber so hoffnungslos steht es nun doch nicht um diesen interessanten Beruf. Es wird um eine Neuordnung und Umstrukturierung der Ausbildungs- und Weiterbildungsform gekämpft. Die Maskenbildnerschule Schweiz arbeitet an einer einheitlichen Ausbildung, und an der Berufsanerkennung in der Schweiz. Was aber zeichnet nun einen/ eine guten / gute MaskenbildnerIn aus und welche Voraussetzungen braucht es, um dieses Ziel zu erreichen? Außer einer guten Schul- und Allgemeinbildung sind folgende Eigenschaften und Eignungen unentbehrlich: Schöpferisches Denken und Handeln, Phantasie, Einfühlungsvermögen, Geduld, Menschenkenntnisse, Ausdauer, Kreativität, Spontaneität, Einfallsreichtum und künstlerisches Flair. Die Tätigkeit des / der MaskenbildnerIn beinhaltet unter anderem folgendes: Umgang mit Haaren, was sich nicht nur auf das Frisieren beschränkt, sondern alle anfallende Arbeiten die damit zu tun haben – Herstellung von Perücken, Haarteile, Bärte, Zöpfe usw. und deren Pflege. Herstellung von Masken aus verschiedenen Materialien sowie das Anfertigen von Teilen die den Darsteller seiner Rolle entsprechend verändern. Und natürlich den ganzen Bereich des Schminkens. Mit der Zeit wird klar, wo die Stärken liegen, welche Arbeiten leicht von der Hand gehen, welche besonders interessieren und Freude machen. Da das Beschäftigungsfeld in diesem Beruf sehr vielfältig ist und die Kreativität voll ausgeschöpft werden kann, gibt es diverse Möglichkeiten der Spezialisierung. Von der Herstellung realistischer Wunden, Verletzungen und Körperveränderungen bis hin zu phantasievollen, phantastischen Wesen. Oder der Herstellung von feinsten, perfekten Perücken und Bärten. Zu den Aufgaben des / der MaskenbildnerIn gehören folgende Tätigkeiten und Kenntnisse: Schminken vom Beauty Make up bis zum Totenkopf Erstellen der Maske - Schminken und Frisieren Entwurf von Perücken, Haarteilen und Bärten Anfertigung von Perücken, Haarteilen und Bärten Modellieren und Formen von Masken Drei Dimensionales Gestalten Modellieren Giess - und Schaumtechniken Gestaltung von historischen, charakteristischen, modernen und Phantasiefrisuren Wunden, Narben, Unfalldarstellungen Anatomie und Physiognomie Zeichnen Air Brush Technik Body Painting Kopfputz Herstellung Proportions-, Form- und Farbenlehre Lagerhaltung und Reinigung der Materialien Kunstgeschichtliche, kulturelle und religiöse Zusammenhänge Arbeitsplanung und Arbeitsausführung Maßnahmen zur Sicherheit Umwelt- und Gesundheitsschutz Material- und Gerätekunde Kalkulation - und Berechnungen Grundlagen für das Arbeiten als Kleinunternehmerin Kundenorientiertes Arbeiten Sich und die eigenen Leistungen präsentieren wie bewerbe ich mich richtig Wer kann den Beruf Maskenbildner wählen? Die Bewerber / innen sollten frei sein von Hautallergien, chronischer Rückenbeschwerden oder Erkrankungen der Atemwege, und über ein gutes Sehvermögen und Farbengefühl verfügen. Weitere Voraussetzungen sind: - Geschicklichkeit und Fingerspitzengefühl im wörtlichen Sinn - künstlerisches Einfühlungsvermögen - Kreativität, Handwerkliches Können - Konzentrationsfähigkeit - Ausdauer - Teamfähigkeit - Sensibilität im Umgang mit den darstellenden Künstlern - Fähigkeit zum Umgang mit Konfliktsituationen - Bereitschaft zu unregelmäßigen Arbeitszeiten und Wochenendarbeiten - Bereitschaft zum Reisen Physische Anforderung Der Beruf der Maskenbildner stellt die Anforderung an den Stütz- und Bewegungsapperat (z.B. bei Arbeiten im Schminkraum und in der Werkstatt). Volle Beweglichkeit der Arme und Hände (z.B. Knüpftätigkeit bei der Haarpräperation, Tastsinn, feinfühliges Schminken z.B. im Augenbereich). Die Arbeitszeit ist überwiegend unregelmäßig, tagsüber, abends und auch an Wochenenden. Die wöchentlichen Freitage liegen auch unregelmäßig und oft an Werktagen. Psychische Anforderung Gute Auffassungs- und Kombinationsgabe, Kreativität, Urteilsfähigkeit, künstlerische Überzeugungskraft und Konzentrationsfähigkeit sowie Ausdauer und Belastbarkeit bei Arbeiten unter Termindruck sind weitere Merkmale. Aufgrund der Zusammenarbeit mit Kollegen und der Arbeit am Menschen sollte der Maskenbildner auch über Normen hinausgehendes Mass an Kontaktfähigkeit, Anpassungsvermögen sowie großes Verständnis für die Sensibilität der Darsteller verfügen. Ausbildung Die Maskenbildnerschule Schweiz ist ein unabhängiges Bildungsunternehmen mit einem eigenständigen Profil in der Bildungslandschaft. Wir konzentrieren unsere Kräfte auf die Ausbildung und Weiterbildung von Fachleuten für alle Aspekte des Theater – Musical - Oper – Film – Fernsehen- und Foto. Wir haben ein neues Berufskonzept entwickelt, und bieten eine professionelle und moderne Ausbildung an. Eine mehrwöchige Ausbildung in einer "Visagistenschule" kann eine derartige Berufsausbildung in keinster Weise ersetzten. Der Maskenbildner schminkt nicht nur Beauty und Mode, sonder darüber hinaus kann er alle Perücken, Bärte, Masken, Glatzen usw. selber herstellen und anwenden. (siehe Text)